tiny family collective

13: Überraschungsfolge! Alles Gute zum Muttertag!

May 07, 2022 Magdalena Episode 13
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13: Überraschungsfolge! Alles Gute zum Muttertag!
Show Notes Transcript

In dieser Überraschungsfolge zum Muttertag spricht Magdalena darüber, warum Muttertag ganz besonders ein Grund zum Feiern für Alleinerziehende Mütter ist - aber auch darüber, warum gerade dieser Tag triggernd sein kann - und dass das vollkommen gerechtfertigt und okay ist. Sie spricht darüber, dass wir Alleinerziehenden unsere eigenen Traditionen und Rituale für Feiertage wie diese konzipieren dürfen. Schlussendlich präsentiert sie 10 gute Gründe, sich als Alleinerziehende feiern zu können - und warum das gar nicht komisch ist.

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Intro & Outro by:
Riviera by Smith The Mister https://smiththemister.bandcamp.com

Smith The Mister https://bit.ly/Smith-The-Mister-YT

Free Download / Stream: https://bit.ly/al-riviera

Music promoted by Audio Library https://youtu.be/qonPqql2sP0 

Hallo und Herzlich willkommen zu einer Überraschungsfolge zum Muttertag beim tfp, dem Podcast für AE!

Ich bin deine Gastgeberin Magdalena, Alleinerziehende, dein friendly single neighbourhood parent  ich wünsche Dir einen wunderschönen Muttertag!  Ich finde, wir hörend das nicht oft genug, und deswegen sage ich das ganz betont und voll Genuss. Ich persönlich halte nicht ganz so viel von Muttertag als Konsumtag, und weil er ja fragwürdige Wurzeln hat, meiner Meinung nach, aber so wie Weihnachten und Ostern besinne ich mich gerne darauf, wie viel Liebe und Leben an so einem Tag eigentlich um mich herum ist. Und das darf gerne oft gefeiert werden. 

Vielleicht hast du schon mehrere Solo-Muttertage hinter dir, vielleicht ist das dein erster! Und trotzdem kann dieser Tag auch noch immer mega sensibel sein, einfach weil es ein gefeierter Familientag ist, und wenn du noch offene Wunden verspürst, ganz besonders in der Anfangszeit und in Aufarbeitungsporozessen, kann dieser Tag auch eher unangenehm und voll Trauer sein. Und das ist okay.

Mein Tipp: Lass Social Media bleiben, wenn du dich an Tagen wie Muttertag noch sehr verwundbar fühlst. Mach einen 24 oder sogar 36h Social Media Detox. Heute wird es auf Instagram und Co rundgehen mit Schnappschüssen von fancy brunches über Geschenke über vermeintlich glückliche Familienzeit, und natürlich werden nur die besten Aspekte dieses Tages auf Social Media gezeigt, genauso wie wir auch nur schöne Momente in unsere Fotoalben kleben. Trotzdem wird es in jeder Familie Konfliktpotenzial geben und Aspekte geben an diesem Tag, die auch nicht so shcön sind, die aber nicht gezeigt werden dürfen, eben weil ja Muttertag ist. 

Also. Du darfst auch für diesen Tag die Idee des heteronormativen Kernfamilienmodells hinter dir lassen. Du darfst Dich heute selber feiern, auf deine, auf eure individuelle Art und Weise als kleinste Familie der Welt. Das sind wir nämlich. Kleine Familien, in der alle Rollen von uns, oder zumindest teilweise von uns ausgefüllt werden. Wir sind Mamas – und Papas. Wir sind die Küchenchefs. Organisationstalente und Spagatleisterinnen. Wir sind die Therapeutinnen und Therapeuten unserer Kinder und ihre Heimat. Klopf dir selber auf die Schulter. Ich weiß, es ist leicht, den Fokus darauf zu legen, was fehlt, was uns in den Augen anderer vielleicht nicht komplett macht. 

Wir dürfen heute dankbar sein für unsere Kinder. Unsere Beziehung zu ihnen, die definitiv anders ist, vermutlich intensiver, als wenn es da noch einen anderen Elternteil im alltäglichen Leben geben würde. Wir dürfen dankbar sein für dieses Leben, und uns dafür feiern, was wir bereits daraus gemacht haben und was wir gerade noch im Begriff sind, daraus zu machen. 

Also, was machen wir an so einem Tag, von dessen Traditionen wir nicht allzu viel mitnehmen können, einfach weil wir nicht alle „Bedingungen“ für einen heteronormativen Kernfamilienmuttertag erfüllen? Wir machen Pläne! Wir erfinden einfach unsere eigenen Traditionen! Und das tolle dabei ist, dass wir selbst bestimmen können, wie unser Tag aussehen kann. Du willst campen gehen? Dann geh campen! Du willst mit deinen Kindern (oder alleine – oder mit Freundinnen – oder mit anderen Single Müttern) einen fancy Brunch haben? Dann organisier einen fancy brunch! Du willst ein Picknick im Wald machen – oder im Park? DU möchtest einfach mal chillen und ohne schlechtes Gewissen xyz machen? Dann mach xyz ohne schlechtes Gewissen! Beschenke Dich heute selbst! Du willst schon länger diese tolle Jacke? Dann bitte besorg sie dir. Du möchtest ein richtig tolles Buch kaufen, oder ein Bild, dass dir schon lange ins Auge sticht? Du willst Dir einen Kurs, Workshop oder ein Konzert gönnen? Mach das! Du DARFST dich selber beschenken und feiern, du darfst dich stolz auf dich sein. (Mein feministisches Herz meldet sich gerade noch zu wort: Das dürfen wir als Mamas generell, egal in welchem Familienmodell – nur für uns AE ist es einfach ganz wichtig, sich selbst ausführlich zu feiern und anzufeuern – besonders an Tagen wie diesen!)

Da gibt’s jetzt noch den Unterschied, ob du deine Kinder, dein Kind an diesem Tag haben wirst. Falls ja: Macht euch einen feinen Tag, an dem für jedes Familienmitglied etwas dabei ist. Falls nicht: Jackpot! Du kannst es feiern, Mama zu sein, ohne in genau dem Moment Mama sein zu müssen, und dich damit wirklich, wirklich nur um Dich und deine eigenen Bedürfnisse zu kümmern! Mach einen Spa Day, gammel herum, schau dir deinen Lieblingsfilm oder -Serie an, starte ein Buch, schlafe aus, gönn dir ein nahrhaftes, gutes Essen, geh abends Cocktails oder Mocktails trinken mit Freundinnen und Freunden! 

Und falls es dir heute nicht so gut geht, dann ist das auch okay. Du musst das alles nicht tun, wenn du eigentlich in Trauer bist, oder dich grundsätzlich nicht danach fühlst. 

Und um Dich an Deine Kraft zu erinnern, zähle ich Dir nun x Gründe auf, warum Du dich am Muttertag selber feiern darfst – und warum das gar nicht komisch ist. 

1.      Wir übernehmen so viele Rolle. Und auch wenn uns das manchmal über den Kopf wächst, erweitern wir ständig unser Skillset! Hätte ich jemals gedacht, dass ich weiß, wie man einen Abfluss aufschraubt und von Grund auf reinigt? Nein! Hätte ich mich jemals wirklich um das ferngesteuerte Auto meines Sohnes gekümmert, wenn ich nicht die einzige in diesem Haushalt wäre, die das reparieren kann? Die ehrliche Antwort ist: nein, vermutlich nicht. Aber wir machen so viel, und dadurch schaffen wir auch total viel und lernen ständig dazu! 

2.      Wir können einfach nicht enttäuscht werden am Muttertag, weil es niemanden auf elterlicher Ebene gibt, der für uns etwas vorbereiten muss. Ich weiß, dieser Grund hört sich vielleicht komisch an, aber denk mal daran: wie viele Mütter vielleicht einen bestimmten Wunsch, eine bestimmte Vorstellung haben, wie dieser Tag für sie ist. Und trotz der Erwartung wird dieser Wunsch, aus welchem Grund auch immer, vom anderen Elternteil nicht erfüllt. Und dann muss navigiert werden, ohne die Gefühle der anderen Person zu verletzen. Also, hört sich nach Stress an, für mich. Ja, es gibt vielleicht momentan keinen Mitspieler in meinem/deinem Leben, der dich zu Muttertag überraschen und umgarnen kann – aber es gibt eben auch niemanden, der dich enttäuschen kann, sondern du alleine hast die Zügel in der Hand und darfst entscheiden, was gemacht wird. 

3.      Du bist nicht alleine. Ich weiß, es hört sich Klischeehaft an. Aber es stimmt. Du bist nicht alleine. Wir sind so, so viele! Erst im Interview mit Ute Steffens (Folge 12) letztens sagte sie, dass jede 2te Familie durch eine Trennung geht. Und Alleinerziehende sind im DACH-Bereich 15-20% aller Familien! Also, auch falls es sich so anfühlt, als wärst du komplett alleine und abgekapselt, ist dem nicht so. Vielleicht kannst du dich mit anderen AE zusammenschließen und etwas tolles für diesen Tag planen, oder du darfst diese friendly single neigboorhood parents finden! Es gibt sie! Wir müssen sie nur finden, unsere Herzensmenschen, unsere MitstreiterInnen. 

4.      Du musst keine Kompromisse eingehen – nicht nur heute, sondern generell. Es liegt in deiner Hand, wie du deine Finanzen regelst, welche Serie du dir ansiehst, wie du deinen Nachwuchs im alltäglichen Leben begleitest, was deine Prioritäten sind, was du kochst, ob ihr Haustiere habt oder nicht, wohin es auf Urlaub geht usw. Diese Freiheit ist ein Privileg, und wir dürfen das ausschöpfen. Und in diesem Prozess dürfen wir uns selbst immer besser kennenlernen und neu erfinden, falls wir das noch nicht getan haben!

5.      Eine Trennung mit Kind/Kindern ist extrem kräftezehrend. Es ist eine  Lebenskrise. Und du bist da durch gegangen. Du bist auf der anderen Seite wieder herausgekommen, und du arbeitest an einem guten Leben für Dich und Deine Kinder. Schau mal, was du alles schon gemeistert hast. Welche Feuerproben du geschafft hast! Du darfst so, so stolz auf dich sein und deine Stärke sehen. 

6.      Das starke Band zwischen Mutter und Kindern, das daraus entsteht. Ja, deine Beziehung zu deinen Kindern ist anders, vielleicht etwas konfliktgeladener als bei anderen Zwei-Eltern-Familien. Aber das ist, weil ihr persönlich mehr Kontaktpunkte zueinander habt. Weil ihr so viel gemeinsam durchgeht und meistert. Weil ihre durch diese Familienkrise, diese transformative Zeit gegangen seid, und euch habt. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber es macht mich so so stolz und glücklich zu sehen, wie mein Sohn wächst und gedeiht und welche sozialen Kompetenzen er an den Tag legt, und worüber wir uns unterhalten können, und das alles in unserem Alltag! Klar kracht es manchmal, manchmal sogar extrem, aber die Liebe, die Kommunikationsbasis ist spürbar. 

7.      Deine persönliche Weiterentwicklung. So vieles meistern zu müssen verlangt nicht nur ein breitgefächertes Skillset – sondern auch eine ständige Erweiterung dessen. Sei es nun eine Verhandlungskompetenz, eine starke Stimme für Dich und Deine Bedürfnisse und Standards, oder eine Reparatur in eurem Zuhause, ein neuer Job, eine andere Umgebung, ein sich veränderndes Mindset. Vielleicht haben sich deine Hobbies verändert, vielleicht hast du angefangen, gut auf dich zu schauen oder bist gerade im Prozess, vielleicht hast du ein Mentoring oder Therapie begonnen, vielleicht arbeitest du an deinen Kommunikationsfähigkeiten, die Liste ist endlos, und viele Dinge mögen vielleicht klein sein, aber fallen schlussendlich doch ins gewicht

8.      Die Vorbildwirkung für deine Kinder. Dein Nachwuchs sieht dich vielleicht auch strugglen, aber er sieht dich auch tagtäglich so vieles meistern. Deine Kinder sehen dich, wie du für dich selbst aufstehst, und die großen und kleinen Hürden nacheinander nimmst. Deine Kinder sehen, wie du schon an dir gearbeitet hast, für welchen zwischenmenschlichen Standard du einstehst und was du ein dein Leben erlaubst, und was nicht. Und auch wenn nicht alles länge mal breite besprochen wird, bemerken sie viele kleine Details, und irgendwann hast du ihnen eine Lebensphilosophie mitgegeben, auf die sie bauen und die sie formen können, wie sie es selbst brauchen, und du hast das Ausmaß vielleicht gar nicht so gemerkt

9.      In einer Gesellschaft, die nicht oder nicht ausreichend dafür ausgelegt ist, dass Ein-Eltern-Familien genau dieselben Voraussetzungen haben wie Zwei-Eltern-Familien, schaffst du genau das. 

10.   Wir Mamas warten großteils darauf, gefeiert zu werden von anderen und somit von ihnen die Erlaubnis zu bekommen, uns selbst zu feiern. Diese Idee verwerfen wir gleich mal ganz bewusst. Wir dürfen stolz auf uns sein. Einfach so. Wir dürfen uns selber mögen. Usnere eigene Arbeit wertschätzen, egal ob vergeltlicht oder nicht. Uns um uns selber kümmern, auch wenn es uns gut geht. Träumen und Ziele haben. Uns weiterentwickeln und wachsen wollen, wohin auch immer, auch wenn nur wir das für uns allein wollen. Das durften wir schon immer, und es hört nicht auf beim Kinderkriegen und Eltern-werden. 

So, das waren meine 10 Gründe, warum Du dich am Muttertag getrost selber feiern darfst, warum du neue, aufregende Traditionen starten kannst, dich verwöhnen kannst und generell stolz auf dich selbst sein darfst. An diesem Tag vielleicht ein bisschen mehr, ja, aber du darfst das an jedem Tag. Wirklich. Und falls es dir heute noch niemand gesagt hat: Du bist eine tolle Mama. Fühl dich fest fest umarmt von mir.